Schon wieder neue Sony-Kopfhörer – was können sie?

Die LinkBuds S für 199 Franken sind richtig gut, aber nicht so herausragend wie die hauseigene Konkurrenz. Wir haben die In-Ear-Kopfhörer ausprobiert und bringen Ordnung ins Produkte-Chaos.

TextLorenz Keller


Da hat Sony doch erst gerade letzte Woche neue Kopfhörer vorgestellt, nämlich die ausgezeichneten WH-1000XM5. Erst im Februar gabs die überraschenden LinkBuds. Und nun kommt bereits das nächste neue Produkt auf den Markt. Schon wieder neue Sony-Kopfhörer – was können sie?

Die zweiten LinkBuds – wir ordnen das Chaos

Das neue Produkt heisst dann auch noch fast gleich wie das alte – ist aber etwas ganz anderes. Die LinkBuds bekommen nämlich mit den LinkBuds S ein Schwestermodell, das erst noch mit 199 Franken genau gleich viel kostet.

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Während man die Neuheit der letzten Woche gut unterscheiden kann, wird es nun komplizierter. Die WH-1000XM5 sind ja grosse Bügelkopfhörer, die man auf den Ohren trägt. Alles dazu kann man hier im ersten Test nachlesen. Die neuen LinkBuds S dagegen sind In-Ear-Kopfhörer, die man in die Ohren drückt. Und hier haben sie intern grosse Konkurrenz.

Auf der Webseite von Sony findet man alleine neun Modelle im Bereich «True Wireless» im Preisbereich von 99 bis 279 Franken. Das sind alles Kopfhörer ganz ohne Kabel.

Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten keine richtigen Namen haben, sondern Modellbezeichnungen wie «WF-C500» oder «WF-1000XM4». Das kann man weder richtig aussprechen noch sich merken. Nur die zwei LinkBuds-Varianten sind klar und eindeutig unterscheidbar.

Wir schauen uns hier aber nicht die Sport-Modelle an und auch nicht die günstigen Einstiegskopfhörer, sondern die drei aktuellen Modelle, also die zwei LinkBuds und das teurere Topmodell WF-1000XM4, das ebenfalls weiterhin erhältlich ist. Und ja, dazu gabs natürlich vor fast zwei Jahren ebenfalls eine Review.

Was ist der Unterschied zwischen den Modellen?

Die normalen LinkBuds sind ja vom Design her ganz neu und ziemlich einzigartig. Sie haben ein Loch im Hörer und werden nicht in die Ohren gesteckt, sondern eher in die Ohren geklemmt. Gerade, wer bei In-Ear-Kopfhörern schnell Schmerzen hat, wird das sehr angenehm finden und sie lange tragen können.

Das Loch hat einen gewollten Nebeneffekt: Man hört nämlich immer die Umgebungsgeräusche – eine Art natürlicher Transparenz-Modus. Das ist in vielen Situationen, etwa im Büro oder unterwegs, sehr angenehm. Nur wenn die Umgebung wirklich laut ist, etwa am Bahnhof, da kann das stören. Einen Podcast etwa versteht man dann zu wenig gut.

Die neuen LinkBuds S dagegen sind im Prinzip ganz normale kabellose Ohrstöpsel mit Noise Cancelling. Zwar durchaus mit einigen Stärken, wie wir weiter unten beschreiben werden. Doch vom Prinzip ist das ein Konzept, das man in Dutzenden Modellen von ganz unterschiedlichen Herstellern findet.

Auch in den WF-1000XM4 von Sony selber, die weiter im Markt erhältlich sind. Auf dem Papier sind die neuen Kopfhörer 80 Franken günstiger, kompakter und leichter.

Das Topmodell von Sony ist trotzdem nicht obsolet. Denn die WF-1000XM4 sind im Handel für etwas über 200 Franken erhältlich, also zumindest im Moment kaum teurer als die LinkBuds S. Allerdings dürften auch hier die Preise innert zwei oder drei Monaten von 199 bald auf 179 oder 169 Franken fallen.

Wem das höhere Gewicht und die wuchtigere Bauweise egal ist, der bekommt mit den WF-1000XM4 einen besseren Sound und eine etwas längere Akkulaufzeit. Das kann durchaus attraktiv sein.

Ultraleichte Bauweise und kraftvoller Sound

Was sofort auffällt: Die neuen LinkBuds S sind so leicht wie wohl kein anderes Modell in dieser Preisklasse. Ein Ohrhörer wiegt weniger als fünf Gramm. Allerdings muss man auch sagen, dass ein Gramm mehr oder weniger im Alltag keinen Unterschied macht. Und zwischen fünf und sechs Gramm wiegen einige der direkten Konkurrenten wie etwa die gleich schweren AirPods Pro von Apple.

Sind es über sieben Gramm pro Stöpsel wie bei den WF-1000XM4, dann ist der Unterschied natürlich auch im Ohr spürbar. Wichtiger ist da der Unterschied bei der Akkulaufzeit. Trotz des kleinen Gewichts kommen die LinkBuds S auf sechs Sunden mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Bei den AirPods sind es beispielsweise nur 4,5 Stunden.

Gefühlt halten die Sony denn auch wirklich deutlich länger als die AirPods. Da diese In-Ear-Kopfhörer ja eh immer gleich im Case aufgeladen werden, spielt das vor allem eine Rolle, wenn man regelmässig über mehrere Stunden am Stück Musik hören will.

Der Sound der LinkBuds S ist hervorragend. Klar, direkt und mit schön viel Druck – das liegt auch daran, dass man die Hörer gut ins Ohr drehen kann. Sony liefert vier verschiedene Grössen an Polstern aus Silikon mit, sodass die Hörer auf jeden Fall passen sollten.

Der Tragekomfort ist denn auch gut, was natürlich immer Geschmackssache ist. Aber das kleine Gewicht und die Grössenvariabilität zahlen sich hier natürlich aus.

Wie viel Sinn macht die Geräuschunterdrückung?

Dank der satten Verankerung im Gehörgang dämpfen die LinkBuds S sowieso schon sehr gut. Die zuschaltbare Geräuschunterdrückung filtert noch zusätzlich Lärm heraus. Hier ist man auf dem Niveau der Konkurrenz.

Aber eben: Man darf hier keine Wirkung wie bei einem Over-Ear-Kopfhörer erwarten, wo wirklich fast alle Aussengeräusche verschwinden. Wer das möchte, der wird sich auf jeden Fall einen solchen grossen Bügelkopfhörer zulegen müssen.

Der Ambiente-Modus dagegen verstärkt die Aussengeräusche. Er lässt sich etwa durch Drücken auf den rechten Ohrhörer ganz einfach einschalten. Praktisch etwa, wenn man schnell eine Durchsage am Bahnhof hören will.

Gut funktioniert auch der «Speak-to-chat»-Modus. Hier wird der Ambiente-Modus automatisch eingeschaltet, sobald man zu sprechen beginnt.

Oder aber man lässt gleich die Software die gesamten Klangeinstellungen adaptiv und automatisch anpassen. Die Sony lernen dabei sogar, was man in welcher Situation bzw. an welchem Ort genau wünscht.

Schon wieder neue Sony-Kopfhörer – was können sie?

Die neuen Sony LinkBuds S sind In-Ear-Kopfhörer, die guten Sound, Noise Cancelling und eine lange Akkulaufzeit bieten. Und das zu einem fairen Preis. Allerdings sind die neuen Gadgets nicht so aussergewöhnlich im Markt. Da gibts einige Konkurrenzmodelle von Oppo, Apple und Co., die eine ähnliche Qualität zu ähnlichen Preisen bieten.

Die LinkBuds S unterscheiden sich am ehestens von anderen Modellen, weil sie sehr viele Software-Features bieten und weil sie sehr leicht und kompakt sind. Verwirrend ist dagegen der Name und die Positionierung innerhalb der Sony-Range.