Der Wasser-Philips ist der stärkste Dyson-Konkurrent

Der neue SpeedPro Max Aqua von Philips saugt nicht nur ohne Kabel die Wohnung, sondern er nimmt auch gleich feucht auf. Und das zu einem günstigen Preis. Zu schön, um wahr zu sein? Der Alltags-Test zeigt es.

TextLorenz Keller


Pros

  • LED-Lichter helfen bei der Schmutzerkennung
  • Anständige Saugleistung
  • Feucht aufnehmen funktioniert gut
  • Fairer Preis
  • Einfache Bedienung und gute Alltagstauglichkeit

Cons

  • Insgesamt mittelmässige Akkulaufzeit
  • Die üblichen Nachteile dieser Kategorie Sauger

Für viele Menschen ist Dyson inzwischen ein Synonym für Akku-Staubsauger. Doch daneben gibts eine breite Konkurrenz, die mehr als nur die englische Marke kopiert. Etwa Traditionshersteller Philips. Und dessen neustes Modell SpeedPro Max Aqua beweist im Test: Der Wasser-Philips ist der stärkste Dyson-Konkurrent.

Dyson hat ja auch den Staubsauger nicht erfunden, nicht mal den drahtlosen. «Nur» dieses moderne System ohne Beutel – und damit der Kategorie neuen Schub verleiht. Moderne Staubsauger sind heute trendige Gadgets, die man nicht mehr im Putzschrank versteckt, sondern im Wohnzimmer aufhängt.

Davon profitiert auch ein Traditionshersteller wie Philips. Man darf nicht vergessen, Dyson wurde 1991 gegründet, Philips schon 100 Jahre vorher! Und der Hersteller aus Holland hat bereits 1955 den ersten Staubsauger auf den Markt gebracht. Da steckt also viel Erfahrung in den Produkten.

Düsen mit LEDs oder mit Wassertank

Diese Erfahrung und Innovationskraft merkt man auch beim neuen SpeedPro Max Aqua. Schon vor zwei Jahren hat Philips eine Düse mit LED-Beleuchtung eingeführt. Die ist auch im neuen Modell wieder dabei.

Das Konzept hat im ersten Test schon überzeugt – und nun auch die Konkurrenz inspiriert. Dyson nutzt allerdings nicht Licht, sondern gleich grünen Laser, um den Staub am Boden besser sichtbar zu machen. Ob das wirklich besser ist, muss der Test zeigen.

Philips ist inzwischen aber schon einen Schritt weiter. Man erhält nämlich mit dem SpeedPro Max Aqua gleich drei Düsen mitgeliefert. Jene mit LEDs und einer sich drehenden Walze – es wird also nicht nur gesaugt, sondern auch gewischt. Dasselbe Baukonzept, aber ohne Licht, gibts dann auch noch in einer kleinen Variante.

Die dritte Düse ist ein neues Saug- und Wischsystem. Hier wird nicht nur Schmutz eingesaugt, sondern auch gleich noch der Boden nass aufgenommen.

Der Philips-Sauger ersetzt den Wischmopp

Starten wir den Test mit der Neuheit. Denn es gibt den neuen SpeedPro Max als normale Version ohne Wasserdüse – oder eben als Version Aqua mit dieser Neuheit. Rund 50 bis 100 Franken Aufpreis muss man dafür rechnen, je nach Händler ist das etwas unterschiedlich.

Lohnt sich diese Zusatzinvestition also? Technisch funktioniert das Nassaufnehmen sehr gut. Man kann den Wassertank an der Düse ganz einfach abnehmen und dann knapp drei Deziliter einfüllen, was für 60 Quadratmeter reichen soll. Auch leichte Reinigungsmittel kann man dazugeben. Man sollte das aber vorsichtig dosieren.

Dann wird mit Klettverschluss der «Bodenlumpen» unten an die Düse befestigt. Philips liefert gleich zwei dieser blauen Textil-Vierecke mit, man kann sie nach dem Putzen dann auch problemlos in der Waschmaschine reinigen.

Der Sauger dosiert nun im Tröpfchensystem die Flüssigkeit und hält so den Lumpen immer feucht. Mit einem Pedal kann man bei hartnäckiger Verschmutzung den Lappen auch mit mehr Wasser befeuchten.

Zusätzlich kann die Düse vor und nach dem Nassaufnehmen auch noch saugen. Sodass der Staub nicht schon nach kurzer Zeit den Bodenlumpen verklebt. Allerdings: Im Alltag hat es sich bewährt, im Normalfall zuerst alles normal zu saugen und dann erst feucht aufzunehmen. Das kommt allerdings sehr auf die Verschmutzung drauf an.

Gegenüber einem normalen Bodenreinigungssystem muss man bei der Qualität kaum Abstriche machen. Der grosse Vorteil: Man kann auch schnell und unkompliziert etwas Kleineres aufwischen – etwa wenn es Saucenspritzer auf dem Hartboden hat. Oder ein Getränk ausgelaufen ist.

Wie beim normalen Wischen mit Wasser kommt es aber auch mit dem SpeedPro Max Aqua ab und zu vor, dass etwas viel Feuchtigkeit auf den Boden gelangt. Oder dass etwas Wasser ausläuft, wenn man etwa die Düse mit zu viel Schwung trägt und absetzt.

Dank dieses Features ist der Wasser-Philips bislang der stärkste Dyson-Konkurrent.

Man sieht erschreckend viel Schmutz

Der Aufpreis von 50 bis 100 Franken lohnt sich also durchaus, wenn man dann auch regelmässig feucht aufnimmt. Wer primär einen Teppichboden hat, wird es aber kaum brauchen.

Aber der Philips-Staubsauger hat auch sonst viel zu bieten. Die Saugdüse mit den LEDs kennt man ja schon. Sie ist nach wie vor super – aber oft auch etwas erschreckend. Denn das Licht zeigt einem sehr genau, welche Ecke noch nicht wirklich sauber ist. Sogar bei Tageslicht hilft das enorm, wirklich alles sauber zu machen und nichts zu vergessen.

Und gerade unter dem Sofa oder in den etwas dunkleren Ecken springt einem dank den LEDs der Staub richtiggehend ins Auge. Und ist ja dann zum Glück auch schnell wieder weggesaugt.

Die beleuchtete Düse ist so toll, dass man sich das Licht auch sonst wünscht. Etwa bei der kleinen Düse, aber gerade auch bei der Rohrverlängerung, mit der man ja dann meist in den dunkelsten Ecken und Ritzen saugen will.

Gutes Stecksystem, aber die üblichen Akkusauger-Schwächen

Zwar sind die Düsen und Rohre des Philips nicht gerade filigran, aber stabil gemacht und mit einem Stecksystem, das schnelles Wechseln des Zubehörs erlaubt. Zudem ist die Bedienung einfach und unkompliziert. Aufladen, zusammenstecken und loslegen.

Auch das Reinigen ist einfach. Der Staubbehälter wird geleert und kann auch ausgewaschen werden. Gleiches gilt für den doppelten Filter, den man auch austauschen kann, wenn er sich nicht mehr reinigen lässt.

Eine Wandhalterung wird mitgeliefert. Gut gefällt aber auch das Ladegerät mit der magnetischen Verbindung. Man muss also den Sauger nicht einstecken, sondern kann das kleine Ladepad einfach auflegen, und es hält dann dank eines Magneten.

Leider dauert das Laden mit fünf Stunden etwas lange. Das ist nicht so schlimm, wenn man eh häppchenweise putzt. Wer dagegen eine Wohnung am Stück saugen will, der wird ein Problem haben. Denn zwar verspricht Philips eine Laufzeit von bis zu 80 Minuten. Das gilt aber nur für die schwächste Saugstufe. Im Alltag ist nach 40 bis 60 Minuten Schluss.

Und da man oft ganz automatisch auf die stärkste Stufe schaltet, kann es auch sein, dass man schon nach 30 Minuten nachladen muss. Aber das ist kein Philips-Problem, auch die Konkurrenz liefert da nicht bessere Zeiten.

Auch sonst hat der SpeedPro Max Aqua die üblichen Schwächen der Akkusauger. Der Teil mit Motor, Akku und Staubbehälter ist recht gross und schwer. Ein konventioneller Staubsauger mit Rüssel ist da bequemer. Damit kommt man auch besser unter Betten oder Sofas.

Dessen muss man sich einfach alles bewusst sein, bevor man Hunderte von Franken für einen Akkusauger ausgibt. Dafür muss man mit dem SpeedPro und ähnlichen Modellen keine nervigen Kabel ziehen, kann sofort loslegen und auch dort putzen, wo nicht gerade ein Stromanschluss gut erreichbar ist. Auf dem Balkon etwa, oder im Keller oder sogar im Auto.

Der Wasser-Philips ist der stärkste Dyson-Konkurrent

Insgesamt überzeugt der SpeedPro Max Aqua rundum. Auch die neue Düse mit feuchtem Lumpen ist gelungen und eine innovative Erweiterung der Möglichkeiten. Gegenüber den Dyson-Topmodellen muss man eigentlich nur in zwei Bereichen Abstriche machen. Der Dyson ist leiser und bietet noch mehr Saugkraft – sofern man das überhaupt braucht. Zudem wirkt die englische Marke in den Details etwas feiner und hochwertiger.

Aber: Der SpeedPro ist auch wirklich günstig. Den neuen Max kriegt man im Online-Handel für 455 Franken. Bei der Aqua-Version sind es rund 500 Franken.

Zum Vergleich: Das Vorjahresmodell von Dyson, der V11, kostet mindestens 570 Franken. Für die Versionen mit grosser Zubehör-Auswahl sind es dann eher 650 bis 750 Franken.

Insgesamt ist darum der Philips SpeedPro Max Aqua ein guter Deal. Er saugt und putzt rundum gut und kommt mit einer umfassenden Ausstattung. Zusätzlich ist der Preis im Vergleich mit der Konkurrenz, nicht nur mit Dyson, sehr fair. 

Eine Alternative zu Philips und Dyson ist der Samsung Jet 90 mit Absaugstation. Diesen Test kann man hier nachlesen. Und wer lieber saugen lässt statt selber zu putzen, der wird am Saugroboter Roomba i3 Freude haben. Auch hier gibts eine Review dazu.