Samsung baut den heissesten Dyson-Konkurrenten

Der Bespoke Jet One ist elegant und leise und hat eine praktische Absaugstation. Im Test muss er zeigen, ob er den recht hohen Preis auch wert ist.

TextLorenz Keller


Pros

  • Schickes Design
  • Leise auf der mittleren Stufe
  • Praktische Absaugstation
  • Viel Zubehör
  • Wechselbarer Akku

Cons

  • Hoher Preis
  • Mässige Akkulaufzeit
  • Kein Düsen-Licht

Der Bespoke Jet One gehört zu den teuersten Akku-Staubsaugern auf dem Markt. In unserem ausführlichen Test muss der Samsung beweisen, ob er sein Geld wert ist. Samsung baut den heissesten Dyson-Konkurrenten.

Luxuriöse Ausstattung hat seinen Preis

Eigentlich ist ja meist Dyson der Krösus unter den Staubsauger-Herstellern. So kostet das vor einem Jahr vorgestellte Topmodell 719 bis 929 Franken – je nach Version und Ausstattung.

Samsung kann das in diesem Fall noch toppen. 999 Franken kostet die bislang einzige erhältliche Variante, nämlich der Bespoke Jet One Complete. Immerhin: Im Handel ist dieser bereits zu Aktionspreisen ab 749 Franken erhältlich, während bei Dyson die Sparmöglichkeiten zur offiziellen Homepage deutlich kleiner sind.

Der Samsung mag zwar teuer sind, liefert aber auch gleich die volle Ausstattung. So sind gleich vier unterschiedliche Bürsten dabei, diverses Zubehör und vor allem eine separate Absaugstation. Die gibts bei der Konkurrenz nicht.

Was bringt die Absaugstation?

Das grosse Extra beim Bespoke ist ja die Absaugstation, die gibts bei der Konkurrenz nicht. Beim Top-Modell wird sie gleich mitgeliefert. Und sie hat zwei grosse Vorteile.

Der erste ist ein ganz praktischer Vorteil. Der Akkusauger steht ja nicht von selber, man muss ihn also irgendwo anlehnen – oder eine Halterung an die Wand machen. Beim Bespoke ist die Station der Ort, wo man den Sauger auch gleich deponiert.

Einfach draufstellen – und schon wird der Samsung geladen. Und da die in drei Farben erhältliche Absaugstation auch richtig schick aussieht, muss man sie nicht verstecken. Man kann sie durchaus im Wohnzimmer platzieren und hat so den Staubsauger auch immer gleich zur Hand. Und da man weder etwas einstecken noch einhängen muss, geht das ruckzuck.

Und dann natürlich erspart einem die Absaugstation, dass man nach zwei oder drei Mal putzen den Dreck und Staub in den Kübel leeren muss. Das ist ganz klar ein Komfortgewinn, und wenn man regelmässig absaugt, bleibt auch weniger Dreck im Staubsauger stecken und man muss ihn seltener ganz auseinanderbauen und mit Wasser reinigen.

Für Allergiker nicht ganz unerheblich: Das geschlossene System filtert noch mehr Pollen und Staubpartikel heraus als sonst schon. Denn der Dreck wird in einen Beutel geblasen. Drei Beutel sind inklusive, die halten sicher ein halbes Jahr. Im Handel kosten fünf Stück dann 20 Franken.

Leiser Sauger, laute Absaugstation

Was leider negativ auffällt: Die Station ist sehr laut, wenn sie absaugt. Das ist ganz klar ein Schönheitsfehler. Dafür ist der Bespoke an sich sehr leise. Auch auf der mittleren Stufe ist der Samsung einer der leisesten Sauger auf dem Markt.

Gut zu wissen: Nach dem Absaugen ist die Klappe vorne am Sauger offen. Wenn man das nicht bemerkt, dann fällt das, was man unten einsaugt, oben gleich wieder raus. Also immer Klappe zu, bevor man loslegt.

So kann man auch problemlos und angenehm die ganze Wohnung putzen – wenn das der Akku mitmacht. Denn wie bei fast allen Akkusaugern ist das eine der grossen Schwächen. Zwar gibt der Hersteller bis zu einer Stunde Reinigungszeit an. Realistischerweise nutzt man aber nicht dauernd die tiefste Stufe, so sind es im Alltag eher 40 Minuten, bis man den Sauger wieder laden muss.

Immerhin: Der Akku des Samsung Bespoke Jet One lässt sich mit einem Klick wechseln. Wer tatsächlich grössere Flächen am Stück putzen will, der kauft sich dann wohl einfach einen zweiten Akku. Sonst muss man 3,5 Stunden Pause machen zwischen dem Saugen.

Und wer voll auf einen Akkusauger setzt, der muss sich einfach der Schwächen dieses Konzeptes bewusst sein. Das Gerät mit Motor und Akku ist recht schwer – und es ist deutlich mühsamer, auf oder unter Möbeln zu saugen. Samsung ist da immerhin vorbildlich, indem sich das Rohr weit rausziehen lässt, es eine spezielle schlanke Bürste gibt und man als Extra ein biegbares Zwischenstück erhält, so dass man etwa sehr einfach auf Kästen saugen kann.

Unglaublich viel Zubehör und eine Geheimwaffe

Auch sonst hat man beim Bespoke auch gleich alles dabei, was man so braucht: Düsen, Bürsten und sogar einen kleinen Ständer für das gesamte Zubehör.

Positiv ist weiterhin das Klick-System, so dass man die Düsen und Rohre ganz einfach wechseln kann. Das kennt man alles im Prinzip schon vom Jet 90 und von anderen Modellen. Den Samsung Jet 90 mit separater Absaugstation haben wir hier getestet.

Der Samsung putzt gut und lässt sich auch leicht auseinanderbauen und reinigen. Filter und Gehäuse können ausgespült werden. Auf dem kleinen Display wird auch gleich angezeigt, ob eine Wartung fällig ist.

Wer will, kann sich eine zusätzliche Bürste kaufen, den Spray Spinning Sweeper für 90 Franken. Er erinnert an die grossen Putzmaschinen in Schulhäusern oder Firmen. Und zwar hat er zwei rotierende Pads aus textilem Material. Zusätzlich kann man einen Tank mit Wasser sowie optional Putzmittel füllen.

Auf Knopfdruck wird etwas Flüssigkeit auf den Boden gespritzt, die Bads wischen dann den Boden auf. So kann man tatsächlich schnell, einfach und effizient etwa im Bad den Boden feucht aufnehmen. Die Pads lassen sich dann einfach in der Waschmaschine reinigen.

Samsung baut den heissesten Dyson-Konkurrenten

Der Samsung Bespoke Jet ist ein würdiger Konkurrent für Marktführer Dyson. Er bietet eine ähnliche Qualität und zusätzliche Features wie die Absaugstation oder die Extra-Düse fürs feucht Aufnehmen. Was fehlt, ist ein Laser oder ein LED, damit man den Schmutz besser sieht. In den Tests bei Dyson und Philips hat sich diese Bodenbeleuchtung durchaus als nützlich herausgestellt.

Praktisch ist beim Samsung, dass er unauffällig und doch elegant aussieht und so problemlos einen Platz im Wohnzimmer findet. So hat man ihn immer zur Hand – und kann ihn auch einfach umplatzieren. Es braucht nur eine Steckdose in der Nähe. Muss man Löcher in die Wand bohren für die Halterung, ist man weniger flexibel.

Samsung sieht den Bespoke übrigens durchaus als längerfristige Investition. So verspricht der Hersteller, dass der Akku auch nach fünf Jahren noch 70 Prozent der Kapazität hat. Und sonst kann man ja auch ganz einfach einen Ersatz kaufen.