Kein Wischiwaschi: So reinigst du Terrassenböden

Spätestens beim Wohnungswechsel müssen die Flecken auf der Terrasse oder dem Balkon weg. Auf Natursteinböden ist das nicht immer einfach. Wir zeigen in fünf Schritten, wie es geht. Und sagen, ob Cola wirklich ein Geheimtipp ist.

TextClaudia Riedel

Das Fleisch schnell mit der Zange vom Grill auf den Teller getragen, und schon tropft das Fett auf die Steinplatte. Grosis antiker Metalltisch hat über den Winter einen satten Rostring hinterlassen, und die übrigen 300 kleinen und grossen Flecken kann keiner mehr zuordnen. Es ist Zeit für eine Grundreinigung! Kein Wischiwaschi: So reinigst du Terrassenböden.

Schritt 1: Möbel weg

Bloss nicht anfangen, um Stuhl- und Tischbeine herumzufegen. Schneller und besser geht es, wenn man alle Möbel wegräumt oder zumindest in eine Ecke stellt. Nun sieht man auch den ganzen Fleckenteppich. Aber nicht erschrecken, es wird gleich besser! 

Schritt 2: Laub und Unkraut 

Mit einem Fugenkratzer holt man das Unkraut aus den Plattenzwischenräumen. Am besten geht das nach einer verregneten Nacht. Wer keinen Fugenkratzer hat, löst die Wurzeln mit einem Küchenmesser und zupft das Unkraut dann von Hand raus.

Danach mit einem Reisbesen alles zusammenkehren und im selben Wisch auch gleich altes Laub, Spinnweben und weiteren Dreck von den Platten entfernen.

Schritt 3: Moos und Flechten erkennen

Was aussieht wie Vogeldreck sind sogenannte Flechten. Diese weissen bis gelben oder manchmal auch grünen Krusten bilden sich besonders an feuchten Oberflächen – also dort, wo Terrassen- oder Balkonböden nicht gedeckt sind.

Da es sich dabei um eine Pilz-Algen-Verbindung handelt, sitzen die Poren schon tief im Stein. Entsprechend sind Flechten ziemlich hartnäckig und kommen oft wieder. Trotzdem lohnt es sich, sie regelmässig zu entfernen. Denn sie greifen die Böden an und vermehren sich auch gerne. Wer also neben dem Flecken- nicht auch noch einen Flechtenteppich will, sollte reagieren.   

Ein guter Schrubber und ausreichend warmes (bis heisses) Wasser reichen für die Grundreinigung aus. So kommen nicht nur die Flechten weg, sondern auch echter Vogeldreck, Moos und weniger hartnäckige Flecken.

Dabei ordentlich Druck auf den Schrubber geben. So viel, dass man gut ins Schwitzen kommt, aber der Stiel des Schrubbers nicht gleich bricht. Auf Stahlbürsten sollte man verzichten, sie zerkratzen die Steinoberfläche.

Wer will, kann dem Wasser auch etwas pH-neutrale Seife beigeben. Unbedingt darauf achten, dass sie biologisch abbaubar ist und keine Zusätze enthält. Diese könnten einen Film oder gleich neue Flecken auf den Platten hinterlassen. 

Die Steinplatten nach dem Schrubben gründlich mit klarem Wasser abspülen und idealerweise bei starkem Sonnenschein trocknen lassen. Die Sonne bleicht leichte Flecken aus. 

Zugegeben, mit dem Hochdruckreiniger würde es schneller gehen – aber das Ergebnis wäre auf Naturstein überhaupt nicht nachhaltig. Durch den Druck wird die Oberfläche aufgeraut, was die Steine für weiteren Dreck noch anfälliger macht. Also besser Hände weg! 

Schritt 4: Hartnäckige Flecken 

Im Handel gibt es praktisch für jeden Fleck einen Spezialreiniger. Allerdings sind die nicht ganz günstig, und wer weiss im Frühling noch, woher der Fleck vom letzten Sommer stammt? Generell gilt bei allen Flecken auf Naturstein: Am besten reagieren, solange der Fleck noch frisch ist! 

Fettflecken: Sofort mit einem Papiertuch (Küchenrolle, Toilettenpapier oder Taschentuch) aufsaugen. Dabei weder drücken noch reiben, sondern das Papiertuch nur auflegen und maximal etwas tupfen. Wer ein Büsi daheim hat, kann es auch mit Katzenstreu probieren.  Ältere Fettflecken kann man versuchen, mit einem Föhn oder heissem Wasser zu erwärmen, um sie dann mit einem Löschpapier aufzusaugen.  

Rotweinflecken: Auch hier gilt, so schnell wie möglich alles aufsaugen. Neben Papiertüchern und Katzenstreu kann auch Salz helfen. Oder ein Schluck Weisswein, den man über den Roten kippt. 

Rostflecken: Neben Backpulver, Zitronensaft und fluoridhaltiger Zahnpasta ist Coca-Cola eines der höchstgehypten Hausmittel im Internet. Scheint plausibel, denn das Süssgetränk enthält Phosphorsäure, und diese wiederum ist ein klassischer Rost-Killer.

Unser Test bestätigt es dann auch: Der Rostring lässt sich nach einer gewissen Einwirkzeit zumindest teilweise wegschrubben, und die braune Flüssigkeit hinterlässt nach dem Abspülen auch keinen neuen Fleck. Übertreiben sollte man es mit der Cola wegen der Säure trotzdem nicht. Und in der Wespensaison sieht man wohl besser ganz davon ab. 

Man kann seine Natursteine auch versiegeln, das hat den Vorteil, dass Schmutz weniger schnell einzieht. Allerdings werden die Platten bei Regen und Nässe auch rutschig und sie können eher zerkratzen. Zudem muss man die Versiegelung alle paar Jahre wiederholen.

Schritt 5: Jetzt sind die Fugen dran

Es ist frustrierend – aber wichtig: Jetzt, wo die Steinplatten so richtig schön sauber sind, muss man sie wieder ordentlich einsanden. Denn je besser die Fugen gefüllt sind, umso weniger schnell wächst Unkraut nach.

Gefüllte Fugen verhindern auch, dass die Platten anfangen zu wackeln. Also Fugensand auskippen und hin und her wischen, bis die Fugen wieder dicht und der Sand verschwunden ist. Und falls der Flecken- oder Flechtenteppich trotz aller Schrubberei nicht wegzukriegen ist, bleibt da noch der Outdoor-Teppich.

Kein Wischi-Waschi: So reinigst du Terrassenböden

Zum Schluss nochmals die wichtigsten Tipps und Tricks rund um die Reinigung von Natursteinböden auf Terrasse oder Balkon:

  • Flecken entfernen, bevor sie einziehen 
  • Heisses Wasser löst Flecken besser als kaltes
  • Auf basische, alkalische oder saure Mittel verzichten, sie greifen den Stein an
  • Hausmittel besser nur punktuell ausprobieren 
  • Finger weg von Stahlbürste und Hochdruckreiniger
  • Der Umwelt zuliebe auf chemische Mittel verzichten 

Und falls Sie auch noch die Fenster putzen wollen, damit nicht nur der Balkon glänzt, haben wir hier ausprobiert, was am besten geht: Von Hand, mit dem günstigen Fenstersauger oder lohnt sich gar ein Fensterputzroboter? Das alles kann man in diesem Artikel nachlesen.