Das ist wirklich neu bei den neuen iPhones

Ab sofort stehen iPhone 14 und iPhone 14 Pro in den Läden. Zu Preisen ab satten 929 Franken. Wir sagen, ob sich das wirklich lohnt und welche neuen und alten Stärken und Schwächen wir entdeckt haben.

TextLorenz Keller


Die neuen iPhone stehen in den Läden. Wir haben ein iPhone 14 und ein iPhone 14 Pro Max bereits im Alltag etwas ausprobieren können. Wir haben Stärken und Schwächen entdeckt und können nun sagen: Das ist wirklich neu bei den neuen iPhones.

Die beste Neuerung: Pro-Kameras und Selfiecam

Am besten gefallen haben uns in diesem ersten Test die Kameras. Und zwar die neue 48-Megapixel-Hauptkamera im iPhone 14 Pro Max, die es auch im normalen Pro gibt. Und auch die verbesserte Selfiecam mit 12 Megapixeln, die in allen vier iPhone-14-Modellen zum Einsatz kommt.

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Oben im Video sieht man alle Kameras bereits im Einsatz. Wir haben fast das gesamte Video mit dem iPhone gedreht. Auch der Ton ist erstklassig, ein externes Mikrofon haben wir ebenfalls nicht genutzt. Beeindruckend beim iPhone 14 Pro Max, wie hell und ausgeglichen das Bild ist, etwa auch in ganz unterschiedlich ausgeleuchteten Innenräumen.

Was man auch sofort merkt: Wie präzis der Autofokus ist und wie problemlos und schnell von Sujet zu Sujet gewechselt werden kann. Die Videos sind detailreich und harmonisch. Wirklich ein Genuss und in kritischen Situationen nochmals sichtbar besser.

Ein Ärgernis ist immer noch das Gyroskop. Am laufenden Band erkennt das iPhone nicht, dass man es quer hält und zeichnet hochkant auf – und umgekehrt. Nicht mal beim Pro für 1200 Franken und mehr hat Apple das korrigiert. Wer viel filmt, wird sich darüber immer wieder ärgern. Und auch beim Fotografieren passiert das viel öfter als bei allen Android-Konkurrenten, auch den halb so teuren.

Und auch sonst hätte Apple in den Details mehr Sorgfalt walten lassen können. Zwar geht inzwischen der Cinema-Modus in 4K, aber nicht die eigentlich sehr schöne Zeitlupe. Und der Dreifach-Zoom hat weiterhin Mühe, Details bei wenig entfernten Sujets zu fokussieren.

Beim normalen iPhone 14 sind die Verbesserungen kleiner. Ausser bei der Selfiecam, die erstmals Autofokus hat, lichtstärker ist und die Fotos und Videos besser verarbeiten kann. Hier ist das iPhone 14 erfreulicherweise auf dem gleichen Niveau wie das Pro Max.

Der ausführliche Videotest deutet schon darauf hin, dass das iPhone auch im Fotobereich nochmals deutlich zulegen konnte. Gerade bei den Selfies könnte Apple die Konkurrenz abhängen. Das werden wir bei Gelegenheit ausprobieren.

Neuer Look, aber nur vorne

Wer die neuen iPhone-Modelle von hinten mit dem iPhone 13 vergleicht, der wird keinen Unterschied erkennen. Ausser, man weiss auswendig, welche Farben für welche Modelle genutzt wurden. Von vorne ist das iPhone 14 dann ebenfalls nicht vom Vorgänger unterscheidbar. Beim Pro sieht das anders aus.

Hier ist der Screen etwas mehr an die Ränder gezogen, was aber ehrlich gesagt ebenfalls nicht auffällt. Dass die Notch einer pillenförmigen Aussparung gewichen ist, dagegen schon. Hier gibts bei der ersten Begegnung mit dem iPhone 14 Pro Max die Überraschung, dass diese doch dicker und wuchtiger ist, als auf den Bildern zu sehen ist.

Aber: Wie bei der Notch wird das mit der Zeit im Alltag nicht stören, auch wenn die Aussparung bei Videos fast noch auffälliger ist als die grössere Notch. Und sobald sich der schwarze Fleck in die «Dynamic Island» verwandelt, ist dann sowieso alles gut.

Denn Apple hat hier einen wirklich cleveren und einmaligen Weg gefunden, die schwarze Fläche in Benachrichtigungen und Status-Leiste einzufügen. Apps, die im Hintergrund laufen, bekommen hier eine Mini-Anzeige: Timer, Navi, Musik, Podcasts und so weiter. Bei mehreren Prozessen kann man gleich hin- und herspringen.

Einige Tester befürchten, dass das mit der Zeit nervt. Tatsächlich gibts noch Schwächen, etwa, dass gestoppte Musik weiterhin oben angezeigt wird, bis man die App abschiesst. Aber sonst ist es eine wirklich elegante Integration.

Auch die alten iPhones sehen frisch aus

Ein Grossteil des neuen Looks kommt vom total veränderten Sperrbildschirm. Endlich kann man ihn selber gestalten. Mit Grafiken oder eigenen Fotos, kombiniert mit einigen Widgets und den neu gestapelten Benachrichtigungen.

Das ist eine Neuheit von iOS 16 – ist also auch bei vielen alten iPhones nutzbar. Und so sieht etwa das iPhone 13 plötzlich ebenfalls richtig frisch aus. Cool auch, wie Apple den Usern einige Gestaltungsmöglichkeiten gibt, aber nicht unbeschränkt. Und so entstehen beim Rumspielen eigentlich immer schicke bis sehr elegante Lockscreens, die man auch alle speichern und nutzen kann.

Schade einzig, lässt sich diese Flexibilität nicht auch auf den Startbildschirm übertragen. Dort ist man immer noch deutlich eingeschränkter in der persönlichen Gestaltung.

Der Startbildschirm ist bei den Pro-Versionen doppelt wichtig. Denn der ist neu ja immer sichtbar – «Always On». Anders als bei vielen Konkurrenten wird dabei nicht eine neue Grafik gezeigt, sondern einfach der bestehende Lockscreen heruntergedimmt. Das sieht ebenfalls sehr schick aus, allerdings hat man zumindest am Anfang immer das Gefühl, man müsse das iPhone noch «richtig» ausschalten.

Den Always-On-Display kann man natürlich auch deaktivieren. Viel Strom kann man dabei aber nicht sparen, da er nur gerade einmal pro Sekunde aktualisiert wird. Im Normalbetrieb sind es beim Pro bis zu 120-mal.

Was ist wirklich spürbar neu beim iPhone 14?

Spürbar ist sicher der Preis. In der Schweiz ging der zwar nicht so massiv hoch wie in den Nachbarländern. Aber 929 Franken für ein Gerät, das nur minimal besser ist wie der Vorgänger, das ist schon eine Ansage.

Klar ist der A15-Prozessor aus dem iPhone 13 Pro ausgezeichnet, aber marketingtechnisch ist es ein Desaster, wenn ein «alter» Prozessor eingebaut wird. Akku, Display, Design – alles genau gleich. Im Alltag wirklich spürbar besser ist nur die Selfiecam. Bei der Hauptkamera wird man den Unterschied nur bei schlechten Lichtverhältnissen merken.

So ist das iPhone 14 nur ein sanftes Upgrade. Auch wer von einem iPhone 11 oder älter kommt, der wird sich zwei Mal überlegen, ob er den vollen Preis zahlen will oder lieber ein günstiges Vorjahresmodell kauft.

Einzig Selfie-Fans erhalten einen echten Mehrwert. Oder wenn man aufs iPhone 14 Plus wartet, das einen grösseren Akku hat und einen grösseren Screen, aber erst am 7. Oktober startet. Hier zahlt man 1049 Franken – da ist der Sprung zum Pro nicht mehr so gross.

Wie neu ist das iPhone 14 Pro Max wirklich?

Das iPhone 14 Pro Max sieht zwar ebenfalls auf der Rückseite aus wie der Vorgänger. Vorne aber erkennt man den Neuling an der «Dynamic Island» und am Immer-An-Bildschirm. Beides ist sicher ein Gewinn.

Wichtiger aber noch ist das Upgrade bei der Kamera. Der neue 48-Megapixel-Sensor macht bei den ersten Videoshootings einen erstklassigen Eindruck. Wohl weiterhin die beste Handy-Videocam, die man kaufen kann. Wie das im Bereich Fotos aussieht, werden wir austesten müssen.

Andere Neuerungen fallen im Alltag nicht auf: Der Screen etwa ist noch heller. Man merkt dann aber im Vergleich, dass ein ruhiges, eher helles Hintergrundbild viel wichtiger sind für die gute Ablesbarkeit in der Sonne als ein paar Nits mehr Helligkeit.

Das ist wirklich neu bei den neuen iPhones

Der erste Test zeigt: Das iPhone 14 ist ein kleines Upgrade, das iPhone 14 Pro Max ein grosses Upgrade im Vergleich zu den Vorgängern. Die Pro-Versionen sind dabei deutlich attraktiver – aber kosten natürlich auch mehr. Das 14 Pro gibts ab 1179 Franken, das Pro Max ab 1299 Franken.

Das normale iPhone 14 bietet insgesamt so wenig Neues, dass man sich schon fragt, ob man das nicht eher ein 13s als ein 14 sein müsste. Sprich: Nur eine neue Zahl für auch wirklich substantielle neue Features – so hat das Apple auch früher gemacht. Dadurch würde das Gerät ja nicht schlechter, es wäre einfach ein bisschen ehrlicher gegenüber dem Konsumenten.

Man bekommt dafür ein solides Gesamtpaket mit wasserfestem Gehäuse, guten Lautsprechern und dem gesamten Apple-Ecosystem. Es gibt aber auch Baustellen: So lädt das iPhone weiterhin relativ langsam und immer noch nicht mit dem moderneren USB-C-Standard. Und auf spannende Neuheiten beim magnetischen Magsafe-System wartet man auch weiterhin.

Insgesamt ist das iPhone 14 aber natürlich in jeder Variante eine gute Wahl, mit der man keinen Fehler macht. Ausgereift, durchdacht, qualitativ hochwertig. Ob sich die Investition lohnt, kommt sehr darauf an, von welchem Modell man kommt, wie wichtig einem das neuste iPhone ist und was man für Ansprüche hat.