Gadget sagt, ob es nur Schnarchen ist oder schlimmer

Schnarchen, schlechter Schlaf, müde statt erholt: Das alles kann auf eine gefährliche Apnoe hinweisen. Das Schweizer Start-up Sleepiz misst den Schlaf in allen Details – neu auch mit Blutsauerstoff.

TextLorenz Keller

Schnarchen ist eine Volkskrankheit. Auch wenn es oft harmlos ist, kann es den eigenen, aber auch den Schlaf der Partnerin oder des Partners beeinträchtigen. Und im schlimmsten Fall leidet man sogar an einer Schlafapnoe. Die muss man normalerweise in einem Schlaflabor testen lassen – das ist mühsam und aufwendig. Das Sleepiz sagt, ob es nur Schnarchen ist oder schlimmer.

Krank im Schlaf – und man weiss es nicht

Die Gründer des Schweizer Start-ups Sleepiz aus Zürich wollten zuerst einfach das Schlaflabor «drahtlos» machen. Auch heute liegen die Patienten dort nämlich oft verkabelt in einem Bett, obwohl es eigentlich mit moderner Technik auch drahtlos geht.

Doch bald schon hat Sleepiz gemerkt, dass es eigentlich noch einfacher geht – dass es für erste Untersuchungen ausreicht, wenn die wichtigsten Parameter zu Hause im eigenen Bett gemessen werden.

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Exklusiv für unsere Leserinnen und Leser gibts 25 Franken Rabatt auf das Apnoe-Screening mit Sleepiz in allen drei Varianten. Einfach im Online-Store den Code «dkw25» eingeben. Das Basis-Screening mit den Resultaten als PDF kostet so 104 statt 129 Franken, das Screening Plus mit Ergebnisbesprechung 124 statt 149 Franken und das Screening Premium mit zusätzlichem Schlafcoaching 154 statt 179 Franken. Daskannwas erhält eine Partnerprovision. Der Code ist bis am Ende November gültig.

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Der einfache und unkomplizierte Zugang ist auch wichtig, weil ein grosser Teil der Betroffenen nichts von seiner Apnoe oder anderen Schlafschwierigkeiten weiss. In der Schweiz sind mindestens 150’000 Menschen betroffen. Man geht davon aus, dass 9 von 100 Männern an einem mittelschweren oder schweren Schlafapnoe-Syndrom leiden sowie rund 4 von 100 Frauen.

Starkes Schnarchen kann dafür ein Anzeichen sein, muss aber nicht. Was die Betroffenen aber merken, ist, dass sie nicht gut schlafen. Die Nächte sind unruhig, am Tag ist man müde, man neigt sogar zu Sekundenschlaf. Weitere Symptome können sein: schlechte Konzentration, Vergesslichkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, trockener Mund oder rauer Hals.

Oft fühlen sich Betroffene am Morgen wie gerädert, haben Kopfweh und sind tagsüber müde. Eventuell bemerkt die Partnerin oder der Partner sogar Atemaussetzer in der Nacht – oder eben auch starkes, unregelmässiges Schnarchen.

Das alles kann ein Anzeichen für eine Apnoe sein, die man ernst nehmen sollte. Denn man schläft mit Schlafapnoe nicht einfach schlechter, sondern belastet den ganzen Körper unnötig. Das Risiko eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls steigt. Fachleute sagen sogar, das Schlafapnoe-Syndrom senke die Lebensqualität und erhöhe das Sterberisiko. 

Unkompliziertes Tracking fürs eigene Schlafzimmer

Das Spin-off der ETH Zürich bietet nun mit Sleepiz einen einfachen und unkomplizierten ersten Schritt zu besserem Schlaf. Und zwar geht es darum festzustellen, ob man betroffen ist, und was man dagegen tun könnte.

Dazu hat das Unternehmen eine Messbox entwickelt, die man für einige Nächte leihweise erhält. Es ist ein zugelassenes Medizinalprodukt, das auch von Ärzten eingesetzt wird.

Sleepiz bietet nun drei verschiedene Varianten an. Für 129 Franken bekommt man das Gerät zugeschickt, kann drei Nächte lang den Schlaf messen, schickt das Gerät dann retour und bekommt einen Report mit Auswertung, den man dann etwa mit dem Hausarzt besprechen kann.

Für 149 Franken gibts zusätzlich noch eine Besprechung der Analyse mit dem Expertenteam von Sleepiz, und für 179 Franken bekommt man ein 20-minütiges Schlafcoaching plus ein zweites Gespräch über Schlafziele und erzielte Fortschritte. Bei allen Angeboten gilt: Geld zurück innert 30 Tagen, wenn man nicht zufrieden ist.

Schritt für Schritt zur Schlafmessung

Nach der Bestellung erhält man per Post ein Paket mit einem Köfferchen. Darin findet man einen Standfuss, ein Stativ, ein Tablet, den Fingersensor und das Sleepiz-Gerät. Dazu natürlich die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Es ist nicht kompliziert, aber trotzdem empfiehlt es sich, ihr genau zu folgen.

Man schraubt Fuss und Stativ zusammen und setzt das Gerät darauf. Dann stellt man es auf 5 bis 10 Zentimeter über der Liegefläche ein. Auch der seitliche Abstand ist genau angegeben. Das Schweizer Start-up hat an alles gedacht und liefert sogar einen auf der Anleitung abgedruckten Massstab mit.

Früher musste man nun noch einen Hub bedienen, neu funktioniert alles über ein Tablet. Das hängt man an den Strom und startet es. Sofort sieht man auf einer speziellen Oberfläche, ob alle Verbindungen stehen.

Das Tablet schickt die Daten an Sleepiz zur Auswertung, die von den Sensoren drahtlos werden. Neu misst nicht nur die Box alle Werte, sondern auch noch ein Tracker am Handgelenk. Dazu zieht man sich eine Art Uhr übers Handgelenk und stülpt eine weiche Plastikkappe mit dem Sensor über den Finger. So wird unter anderem der Blutsauerstoffgehalt gemessen.

Das alles hat im Test problemlos funktioniert. Die Verbindung ist drahtlos, man muss nichts verkabeln. Zudem klappt die Messung auch, wenn man zu zweit im Bett liegt. Das Sleepiz-Gerät muss einfach näher bei der Person stehen, die gemessen wird.

Von der Messung merkt man gar nichts

Auf dem Tablet kann man vor dem Einschlafen checken, ob alle Häkchen grün sind. Dann klappt es auf jeden Fall mit der Aufzeichnung. Im Laufe des Tages gibts zudem eine Rückmeldung per Mail, ob die Messung geklappt hat und ob genug lange gute Daten aufgezeichnet wurden.

Notfalls sind die Berater auch per Telefon erreichbar und können helfen. Schön wäre noch, man würde direkt auf dem Tablet sehen, dass Daten aufgezeichnet werden. Falls übrigens eine Messung nicht klappt, verlängert sich der Test einfach um einen Tag.

Das Gerät selber nutzt Radarsignale und kann Bewegungen im Millimeterbereich feststellen. So werden auch die Atmung und der Puls gemessen, und die Experten können eben auch feststellen, wenn man Aussetzer beim Luftholen hat.

Der Hersteller versichert, dass die gemessenen Daten sicher auf die Cloud übertragen werden, die sich in gesicherten Rechenzentren befindet. Zudem haben nur die Experten Zugriff darauf, die daraus ein Screening erarbeiten.

Tagsüber kann man das Messgerät ausschalten und das Tablet in den Stand-by versetzen – am Abend dann jeweils wieder einschalten und richtig platzieren. Achtung: Der Standfuss ist nicht ganz so stabil und kann kippen. Mit Haustieren, beim Umstellen oder wenn man in der Nacht aufsteht, sollte man etwas aufpassen.

Drei Nächte lang wird aufgezeichnet. Sobald das geklappt hat, bekommt man ein Mail. Danach kann man das Gerät zurückschicken. Praktischerweise ist das frankierte Rücksende-Etikett bereits beigelegt. Wichtig zu wissen: Die Auswertung gibts dann erst, wenn das Gerät wieder bei Sleepiz eingetroffen ist.

Eine Überraschung bei der Auswertung

Per E-Mail bekommt man vom Zürcher Start-up ein PDF mit der Auswertung und man kann über einen Link ganz einfach den Termin für das Beratungsgespräch und die Analyse buchen – falls man das gebucht hat.

Diese 20-minütige Auswertung lohnt sich auf jeden Fall, ausser man will die Daten sowieso gleich mit dem Hausarzt besprechen. Gewisse Dinge kann man auch als Laie herauslesen, bei der Interpretation und den Folgerungen aus den gemessenen Daten hilft aber die Expertin oder der Experte auf jeden Fall enorm.

Im Bericht sieht man nun die genauen Schlafzeiten und die Schlafeffizienz. Danach kommt gleich die Auswertung der Atempausen pro Schlafstunde. Bis zu 5 Pausen sind normal, von 5 bis 15 Pausen kann eine leichte Schlafapnoe vorliegen, bei 15 bis 30 Aussetzern spricht man von einer mittleren Schlafapnoe, darüber wäre es eine schwere Apnoe.

Im Auswertungsgespräch zählen aber nicht nur die Daten, sondern eben auch die begleitenden Symptome und die restlichen Werte wie die Sauerstoffsättigung, die ja neu ebenfalls ganz genau gemessen wird. Schläft man schlecht, ist auch bei weniger Atempausen eine weitere Abklärung durch Hausarzt oder Spezialist empfehlenswert.

Oder aber wie in unserem Fall sehen die Werte nur nach einer leichten Apnoe aus, ausser dem sogenannten ODI (Oxygen Desaturation Index). Hier geht es darum, wie oft die Sauerstoffsättigung im Blut in der Nacht abfällt. Der ist zu hoch, was trotz eigentlich gutem Schlaf weiter abgeklärt werden sollte.

Wer nun Angst vor der Sauerstoffmaske für die Nacht hat und es darum lieber nicht genau wissen will, kann beruhigt sein. Es gibt durchaus auch andere Methoden zur Heilung. Die häufigste wäre eine Unterkieferschiene.

Auf die leichte Schulter nehmen sollte man eine Apnoe nicht. Denn sie beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Gesundheit.

So können Sie den Schlaf verbessern

Wer nur wenige Aussetzer hat oder nur eine leichte Apnoe, kann die Schlafqualität auch selber verbessern. Viele Dinge weiss man eigentlich selbst: mehr Bewegung, weniger Alkohol, Zigaretten und Koffein (vor allem am Abend), nicht gestresst ins Bett gehen und auch nicht zu spät zu viel essen. Die Faustregel wäre: das Znacht drei Stunden vor dem Zubettgehen.

Helfen kann es auch, einen Schlafrhythmus zu entwickeln. Also immer etwa zur gleichen Zeit ins Bett und zur gleichen Zeit aufstehen. Die persönliche Erfahrung des Testers zeigt auch, dass der Wechsel der Matratze grosse Auswirkungen haben kann. Nehmen Sie sich Zeit und Musse, um eine passende Unterlage auszuwählen.

Übrigens: Wer auf dem Rücken schläft, schnarcht nicht nur tendenziell stärker, auch die Gefahr von Aussetzern der Atmung ist grösser. Hier kann ein Seitenschläferkissen helfen, das man schon für 50 Franken im Handel bekommt.

Gadget sagt, ob es nur Schnarchen ist oder schlimmer

Da das männliche Geschlecht und das Alter die Schlafapnoe-Gefahr erhöhen, müsste jeder ab 30 so einen Test machen. Denn wie erwähnt ist die Dunkelziffer hoch, viele Menschen kommen gar nicht darauf, dass sie an Apnoe leiden.

Ein Alarmzeichen ist, wenn man nicht gut schläft und tagsüber oft müde ist. Dann kann der Test von Sleepiz Gewissheit verschaffen – und ist auch eine gute Basis für weitere Abklärungen beim Hausarzt oder bei Spezialisten. Gleiches gilt, wenn etwa der Partner schlechtes Atmen, komisches Schnarchen oder gar Aussetzer in der Nacht bemerkt.

Toll an der Lösung des Schweizer Start-ups ist, dass sie sehr einfach und unkompliziert funktioniert und auch nicht alle Welt kostet. Ideal für alle, die eher zu spät und zu selten zum Arzt gehen als zu früh und zu oft.