Rollbarer LG-TV ist sensationell, aber 100’000 Fr. teuer

Der erste Fernseher, den man einrollen kann, ist eine faszinierende, aber unglaublich luxuriöse Technik. Wir haben den LG-TV bereits angeschaut und ausprobiert.

TextLorenz Keller


Eigentlich ist der neue LG Signature Oled65R1 mehr eine Studie als ein Massenprodukt. Klar, man kann den neuen Fernseher bestellen, auch hier in der Schweiz. Doch dann wird das Gerät für einen persönlich gefertigt, wohl nicht am Fliessband. Und so ist der rollbare LG-TV zwar sensationell, aber mit 100’000 Franken auch unglaublich teuer.

65-Zoll-Screen rollen sich in eine 20-cm-Box

Die Besonderheit des neuen Fernsehers ist die Bildschirmtechnik. Ausgefahren unterscheidet sie sich nicht von sonstigen LG-Geräten. Man hat einen Oled-Screen mit 65 Zoll Grösse. Das bedeutet, dass jedes einzelne Pixel leuchtet und es keine Hintergrundbeleuchtung braucht – alle Infos zum Unterschied zwischen LED, LCD und Oled gibts hier zum Nachlesen.

Auch die 4K-Auflösung mit 3840 auf 2160 Pixel ist Durchschnitt. Die Besonderheit dagegen ist, dass man eben den Screen in sein Gehäuse einrollen kann. Das ist ein Quadrat von ca. 20 Zentimetern Seitenlänge und steht auf einem Möbel. Oder aber man bekommt einen schicken Standfuss, so wird der Fernseher selber zum Möbelstück.

Auf Knopfdruck wird nun der Screen eingezogen und zieht sich unsichtbar im Innern auf eine Rolle auf. Dabei wird er mehrmals aufgerollt. Dank biegbarer Bildschirmtechnik ist das möglich, ohne dass man bei der Bildqualität Einbussen hinnehmen muss.

Es ist auch möglich, den TV nur zu rund 20 Prozent auszufahren. So lässt sich das Smart Home bedienen, Musik steuern oder auch Ambiente-Sound mit zurückhaltenden Bildeffekten abspielen.

Rollbarer LG-TV ist sensationell, aber 100’000 Fr. teuer

Sonst bietet der LG-Fernseher die volle Ausstattung – vom Dolby Atmos Sound über eine Optimierung für Games bis zu Apple Airplay und diversen Apps über WebOS 6.0. Stark auch die im Sockel eingebaute Soundbar mit 100 Watt Leistung, da braucht man eigentlich sonst nichts mehr.

Der mehrfach ausgezeichnete Fernseher ist natürlich viel zu teuer für den Durchschnittskunden. 100’000 Franken muss man zahlen – ein Aufpreis von rund 95’000 Franken für die spezielle Bildschirmtechnik und die exklusive Einzelfertigung.

Das lohnt sich natürlich nur, wenn man eine grosse Villa hat oder ein 5-Sterne-Hotel und damit die Suiten ausrüsten will. Aber für uns Normalos ist das Produkt trotzdem spannend, weil es zeigt, was heute alles möglich ist. Nicht nur LG arbeitet an rollbaren Screens, sondern beispielsweise auch Oppo, die einen solchen in ein Smartphone eingebaut haben.

Und schon in den nächsten Jahren dürften die Preise so stark fallen, dass ein Fernseher mit rollbarem Screen für jedermann erschwinglich ist.

Und ja, das kann durchaus Sinn machen. Denn je grösser die Fernseher werden, desto mehr dominiert eine schwarze Wand einen Grossteil des Tages das Wohnzimmer. So ein ausgeschalteter TV sieht nicht nur hässlich aus, sondern blockiert auch den Platz für ein zusätzliches Gestell oder für Wandschmuck.

Ein ausfahrbarer Bildschirm dagegen lässt sich in Möbel integrieren oder auch direkt vor ein Bild, ein Fenster oder ein Gestell platzieren. Braucht man den TV nicht, fährt man ihn einfach ein und hat nichts Störendes mehr herumstehen.