Viel Grill für wenig Kohle

Wir stellen Grills vor, die wenig kosten, dem Fleisch, Gemüse oder Fisch trotzdem richtig einheizen. Zudem gibts Tipps und Tricks für günstigsten Zubehör, das sich lohnt.

TextLorenz Keller

Hunderte Franken kann man für einen Gas-, Kohle oder Elektro-Grill ausgeben. Luxus-Versionen kosten auch schnell mal über 1000 Franken. Doch Fleisch, Gemüse oder Fisch werden nicht wirklich besser, nur weil der Grill viel gekostet hat. Wir stellen hier solide Einsteigerprodukte vor, viel Grill für wenig Kohle bieten.

Von Kugelgrills für 50 Franken und Ähnlichem sei abgeraten, ausser man schaut sich das selber genau an. Es wäre ja schade, würde man am falschen Ort sparen und dann Gemüse oder Fleisch zu verkohlen. Es gibt sogar Zubehör, das wirklich etwas bringt. Wir sagen, wo sich eine Zusatzinvestition lohnt. Das kann man ganz unten nachlesen.

Richtiges Grillieren nur mit echter Kohle

Für viele Grillmeister ist klar: Nur mit Holzkohle-Geschmack ist Fleisch oder Gemüse richtig fein. Und der Klassiker bei den Kohlegrills ist das runde Modell von Weber. Und obwohl es hier um einen renommierten Markenhersteller geht, gibts auch hier einen günstige Kugelgrill.

Der Weber One Touch Original mit 47 Zentimeter Durchmesser kostet etwa bei Brack.ch 148 Franken. Inklusive hat man alles, was man braucht. Einen Deckel mit integriertem Thermometer oder auch ein einfaches Reinigungssystem für die Asche.

Dank den zwei Plastik-Rollen kann man den kleinen Grill auch ganz einfach an den richtigen Platz schieben. Wichtig etwa auf kleineren Balkonen – sofern man dort überhaupt einen Kohlegrill nutzen darf.

Und wer eine grössere Grillfläche braucht, der bekommt für 50 Franken Aufpreis Modelle mit 57 Zentimeter Durchmesser.

Schnell und einfach mit Gas

Gasgrills sind für viele Schweizerinnen und Schweizer die bessere Alternative. Man stört die Nachbarn weniger, hat viel schneller die volle Hitze und muss weniger putzen. Das ist auch gerade für Leute wichtig, die fast täglich den Grill nutzen und nicht jedes Mal anfeuern wollen.

Allerdings: An der Sicherheit sollte man nicht sparen. Darum empfiehlt es sich etwa auch nicht, einen Gasgrill im Ausland zu kaufen, da die Anschlüsse fürs Gas anders sein können.

Günstige Modelle gibts auch von bekannten Herstellern. So etwa den Xpert 100 L von Campingaz, der etwa bei Galaxus für rund 100 Franken erhältlich ist. Er hat zwei Brenner und auf der Seite zwei abklappbare Arbeitsflächen.

Der Grillrost ist mit 48 Zentimetern zwar nicht riesig, aber auch hier gibts für rund 50 Franken Aufpreis wieder eine grössere Version mit 55 Zentimetern.

Aber auch schon in der Basisversion kann man dank voll schliessbarem Deckel indirekt grillieren. Einen Temperaturmesser gibts dann allerdings nur in der grösseren und etwas teureren Version.

Auch hier hat man wieder zwei Räder, damit man den Gasgrill gut bewegen kann. Und da man die Seitenflächen runterklappen kann, braucht der Xpert 100 L wenig Platz. So macht Grill ohne Kohle richtig Spass.

Der Geheimtipp für Faule und Sparsame

Erstaunlicherweise kostet auch die Hightech-Grillvariante gar nicht so viel. Den Lotusgrill gibts nämlich schon für etwas über 100 Franken, etwa bei Microspot.ch. Hier wird nur ganz wenig feine Kohle eingefüllt, darunter kommt Brennpaste.

Nach dem Anzünden sorgt ein Ventilator für Durchzug, sodass man nach 10 Minuten schon heisse Glut hat und grillieren kann. Schnell, unkompliziert und mit wenig Rauch. So kann man den Lotus problemlos auf jedem Balkon nutzen und die kleine Version auch mal zum Picknick mitnehmen.

Dieser Mix aus Technik und Kohle ist toll: Man hat den typischen rauchigen Geschmack, in der Handhabung ist der Lotusgrill aber so einfach und schnell wie ein Gasgrill. Und da man die meisten Teile im Geschirrspüler reinigen kann, ist auch der Putzaufwand recht klein.

Allerdings: Wegen des kleinen 28-Zentimeter-Rosts werden wohl nur zwei Personen satt. Die grosse Version mit doppelt so viel Platz kostet dann knapp 200 Franken.

Dekorativ und trotzdem ein Schnäppchen

Mit 80 Franken gehört der Grillstar Trichtergrill Colorado zu den günstigsten der hier vorgestellten Geräte. Erhältlich ist er etwa bei Bauhaus. Die Besonderheit: Er ist sehr witterungsbeständig und sieht mit dem silbernen Edelstahl und seinem grossen Standfuss auch noch recht schick aus.

Ideal also für alle, die nicht so oft den Grill anwerfen – und darum auf dem Balkon oder der Terrasse auch kein schwarzes Riesenteil herumstehen lassen wollen. Allerdings hat der Colorado keine Räder und ist darum nicht so leicht verschiebbar.

Die Grillfläche ist mit 48 auf 46 Zentimeter recht gross. Positiv ist auch das spezielle Kaminzugsystem. Durch eine regulierbare Lüftungsklappe im Fuss wird Luft angesogen, die das Holzkohle-Feuer oben im Trichter antreibt. So hat man schneller eine schöne Glut und bekommt viel Grill für wenig Kohle.

Dieses Zubehör sollten Sie sich leisten

Anzündkamin: Eine Pflicht für alle, die mit Holzkohle oder Briketts anfeuern, ist ein Anzündkamin. Hier reicht übrigens locker ein günstiges No-Name-Produkt, etwa den Anzündkamin von Obi für 13 Franken. Der Metall-Zylinder wird mit Kohle gefüllt. Dann legt man zwei oder drei Anzündwürfel in den Grill, macht Feuer und stellt den Kamin drauf. Innert 10 bis 15 Minuten hat man dank des guten Luftdurchzugs bereits eine schöne Glut, die man dann in den Grill kippen kann. Das geht schnell, vollautomatisch und unkompliziert.

Grillschale: Für Kartoffeln oder Gemüse lohnt sich eine Grillschale. So kann man ein ganzes Menü problemlos auf dem Grill zubereiten. Viele nehmen Einweg-Aluschalen, was längerfristig aber gar nicht günstig ist – punkto Nachhaltigkeit sowieso nicht besser sind beschichtete Schalen. Je nach Gusto mit oder ohne Abtropflöcher. Es gibt sogar welche in Halbmond-Form, ideal für die runden Grillroste. Mit 65 Franken ist der Outdoorchef Gourmet Halbmond zwar nicht richtig günstig, dafür erhält man gleich zwei Schalen, und sie sind hochwertig verarbeitet und dürften jahrelang benutzbar sein. Erhältlich etwa bei Coop Bau+Hobby.

Pizzastein: Klar, es ist auch ein wenig Show. Aber eine Pizza vom Grill hat schon ein wenig einen anderen Goût als aus dem Backofen. Pizza, aber auch alles andere mit Teig wie etwa Brote gelingen am besten auf dem Pizzastein – und bei geschlossenem Deckel des Grills. Auch hier muss es kein Markenprodukt sein: Der No-Name-Pizzastein von Doitgarden für knapp 30 Franken reicht völlig. Wichtig übrigens: Den Stein immer möglichst lange vorheizen und auf Temperatur bringen. Und man kann ihn nicht nur auf dem Grill, sondern auch im Backofen nutzen.

Viel Grill für wenig Kohle

Schon für 150 bis 200 Franken bekommt man eine tolle Ausrüstung, um zu grillieren. Gerade wer nicht alle paar Tage bei schönem Wetter Feuer macht, der muss nicht viel Geld ausgeben für etwas, das dann die meiste Zeit nur rumsteht.

Wichtig bei all unseren Beispielen: Man muss keine Abstriche machen, sondern hat immer eine solide Basis, um ein feines Essen zuzubereiten. Mehr braucht es eigentlich gar nicht für eine Sommerparty.

Oder doch: Vielleicht noch den passenden Sound. Ideal dafür etwa ist der Sonos Roam, der dank integriertem Akku und Bluetooth eben auch auf dem Balkon oder im Garten zum Einsatz kommt. Die Review können Sie hier lesen.