Der Sonos Roam bietet das Beste aus zwei Welten

Für 199 Franken bietet der Sonos Roam nicht nur Hörvergnügen für unterwegs, sondern auch Multiroom-Möglichkeiten zu Hause. Wir haben den neuen Lautsprecher ausgiebig getestet.

TextLorenz Keller


Pros

  • Toller Klang für die Grösse
  • Volle Kompatibilität mit dem Sonos-System
  • Wasser- und Wetterfest
  • Automatische Sound-Anpassung
  • Kompakt gebaut und portabel

Cons

  • Nur acht Stunden Akkulaufzeit
  • Drahtlos Charger nicht inklusive
  • Zu teuer, wenn man nicht alle Funktionen nutzt

Den besten Sound hat Sonos versprochen (hier gibts den Artikel zur Ankündigung). Und auch sonst war der amerikanische Hersteller weniger bescheiden als auch schon. Der neue portable Lautsprecher namens Roam wurde als eierlegende Wollmilchsau angepriesen. Und tatsächlich: Der Sonos Roam bietet das Beste aus zwei Welten.

Im ausführlichen Test zeigt sich aber auch, dass Sonos nicht ganz alle Erwartungen und Versprechen erfüllen kann. Und dass sich der Roam vor allem lohnt, wenn man ganz spezifische Anforderungen an einen Lautsprecher hat. So macht der Neuling keine anderen im grossen Sonos-Sortiment überflüssig, sondern ist eine perfekte Ergänzung.

Kleiner als erwartet – und überraschend soundgewaltig

Beim Auspacken ist man zuerst überrascht. Schon die Schachtel ist sehr klein. Auch der Lautsprecher ist kompakter, als man das von den Bildern her erwartet hat. Rund 17 Zentimeter hoch, mit einem Durchmesser von sechs Zentimetern. Allerdings ist er nicht rund, sondern dreieckig mit abgerundeten Kanten.

Mit 430 Gramm ist der Roam zwar kein Leichtgewicht, hier schlägt der Akku zu Buche. Aber trotzdem ist der Lautsprecher in den Dimensionen eines Longdrink-Glases äusserst portabel. Man kann ihn locker überallhin mitnehmen, so wie man das mit einem Bluetooth-Lautsprecher auch machen würde.

Allerdings setzt die Grösse beim Klang physikalische Grenzen. Der Roam klingt für seine Grösse ausgezeichnet. Da kann kaum eine ähnlich grosse Bluetooth-Box mithalten. Der klare, sehr natürliche Sound gefällt gut, auch die automatische Anpassung des Klangs an den Raum überzeugt. In der Dusche klingt der Roam anders als im Wohnzimmer.

Es gibt bei Einschränkungen: Der Roam vollbringt keine Wunder. Mit dem zweiten portablen Sonos-Lautsprecher, dem Move (Test gibts hier), kann der Roam nicht mithalten. Der ist natürlich auch doppelt so teuer, viel grösser und bietet das fünf- oder sechsfache Volumen des kleinen Bruders.

Ideale Ergänzung zum Sonos-System

Der Roam reicht für Bad oder Küche völlig aus. Auch wenn man in einem grösseren Raum vor allem Hintergrundmusik hören will, kann der kleine Lautsprecher dank sehr klarem Sound überzeugen. Natürlich auch für Podcasts oder klassisches Radio. Über die Sonos-App sind übrigens direkt unzählige Sender abrufbar, auch spezielle Sonos-Musikprogramme.

Allerdings ist der Roam im Gegensatz zum grösseren Move kein «vollwertiger» Lautsprecher. Will man Musik lauter hören, will sie gar ein wenig spüren oder dazu tanzen, dann tönt die kleine Box halt einfach ein wenig flach. Die kaum teurere Sonos One bietet da viel mehr Vergnügen, und der doppelt so teure Move ebenfalls.

So ist der Move denn auch der härteste Konkurrent des Roam. Welcher ist besser? Das kommt aufs Einsatzgebiet drauf an. Wer seine Box überallhin mitnehmen will, der fährt mit dem kleinen Roam besser. Und man kann ihn auch zu Hause flexibel nutzen. Das lohnt sich primär für Sonos-Kunden oder als Einstieg in dieses Multiroom-System.

Wer den Lautsprecher ab und zu herumträgt, etwa in ein anderes Zimmer, in den Garten oder auf den Balkon, der dürfte am Move grössere Freude haben, weil er klangtechnisch viel mehr bietet und trotzdem wetterfest ist.

Tolle Features, nicht ganz nahtloser Wechsel

Was halt wirklich genial ist: Man kann den kleinen Roam vollwertig im Sonos-System nutzen und hat alle Features zur Verfügung: WLAN, AirPlay, Sprachsteuerung, die Sonos-App und natürlich auch den Direktzugriff etwa über Spotify. Man kann den Roam mit anderen Lautsprechern pairen oder auf jedem etwas anderes laufen lassen. Die totale Flexibilität. Unterwegs verbindet sich der Roam dann per Bluetooth.

Zudem kann man auch ganz einfach die Musik übertragen. Play-Taste gedrückt halten, und schon wechselt der Sound, der gerade auf dem Roam gespielt wird, zu jenem anderen Sonos, der gerade am nächsten steht. Das funktioniert gut, wenn beide im WLAN sind.

Im Test hat der Wechsel zwischen Bluetooth-Modus und Wifi beim drahtlosen Mini-Speaker nicht so nahtlos funktioniert wie erhofft. Immer wieder musste man sich dann draussen doch wieder manuell verbinden.

Akkulaufzeit i.O., aber Ärger mit dem drahtlosen Laden

Sonos gibt eine Akkulaufzeit von bis zu zehn Stunden an. Bei mittlerer Lautstärke im WLAN waren es im Test acht Stunden. Das ist nur mittelmässig, mancher Bluetooth-Lautsprecher schafft das Doppelte. Und auch der wuchtige Move hält leicht länger durch.

Der Move hat den grossen Vorteil, dass der drahtlose Charger als eine Art kleiner Standfuss gleich mitgeliefert wird. Das vereinfacht alles. Den Roam muss man über USB-C anstecken – oder man kauft sich den Charger-Standfuss separat für 50 Franken.

Schade ist, dass die kleine Box zwar eigentlich auch drahtloses Laden via Qi unterstützt, das aber dann doch nur auf zwei von drei getesteten Modellen wirklich funktioniert hat. Und jedes Mal extrem langsam war. Im Alltag ist das keine Option.

Der Sonos Roam bietet das Beste aus zwei Welten

Rund 200 Franken kostet der Roam im Handel. Dafür erhält man eine geballte Packung an Technik und einen für die Grösse exzellenten Sound. Als Ergänzung zum restlichen Sonos-System ist das perfekt – wenn man denn wirklich total mobil sein will. Sonst wird man am ebenfalls mit Akkus ausgestatteten Move mit dem deutlich besseren Klang mehr Freude haben, auch wenn der mit 400 Franken doppelt so teuer ist.

Und auch für 200 Franken bekommt man Lautsprecher, die klar besser tönen. Aber halt nicht alle Features bieten. So gibts für diesen Preis einerseits mobile Bluetooth-Lautsprecher, die mehr Wumms haben (aber auch grösser sind). Und andererseits auch von Sonos selber den One, der aber nur am Kabel und im WLAN betrieben werden kann.

Der Sonos Roam überzeugt also primär, wenn man wirklich regelmässig in beiden Welten unterwegs ist. Unterwegs mit Bluetooth-Sound und zu Hause im Multiroom-System mit Musik übers WLAN.