So viel Spass macht Bodenputzen mit dem Kärcher

Der neue «K 7»-Hochdruckreiniger von Kärcher bietet in der Top-Ausstattung App-Anschluss, diverse Düsen und unglaublich viel Power. Wir haben die Putzhilfe für 850 Franken ausführlich getestet.

TextLorenz Keller


Kärchern ist Kult. Man kann ganz locker und lässig den grössten Schmutz einfach so wegspritzen. Kein Wunder, hört man in der Schweiz das typische Vibrieren der Hochdruckreiniger an jedem Weekend. Als absolute Neulinge wollten wir das natürlich auch mal ausprobieren, vor allem, weil das neuste Modell auch smart und digital ist. So viel Spass macht Bodenputzen mit dem Kärcher – der grosse Test.

Wasser, Strom und Kabelsalat

Bevor der Spass losgehen kann, brauchts einige Voraussetzungen – die man natürlich vor dem Kauf abklären sollte. Und zwar Strom und Wasser, ohne diese zwei Dinge funktioniert der Kärcher nämlich nicht.

Während man den Strom noch relativ einfach mit einer Kabelrolle verlängern kann, ist das mit dem Wasser schwieriger. Wer keinen Anschluss in Schlauchweite hat, der hat ein Problem. Denn der Schlauch muss direkt an den Kärcher angedockt werden, um ihn laufend mit Wasser zu versorgen.

Übrigens: Kärcher bietet ein riesiges Sortiment an. Es gibt also durchaus auch Varianten mit Akku, bei dem der Stromanschluss nicht in der Nähe sein muss. Oder auch einen Mobile Outdoor Cleaner mit Akku und Wassertank. Allerdings ist das dann «nur» noch ein Druckreiniger, keiner mit Hochdruck.

Unser Testgerät ist der neue K 7 Premium Smart Control Home, der für den enorm druckvollen Wasserstrahl eben Strom und Wasser braucht. Was eben auch bedeutet, dass man beim Putzen laufend mit zwei Schläuchen und einem Kabel hantieren muss. Ein Schlauch zum Wasseranschluss, einer vom Hochdruckreiniger zur Düse und dann das Stromkabel. Auf grossen Flächen kein Problem, auf dem Balkon etwas mühsam.

Übrigens: Man merkt beim Hantieren mit dem Kärcher auch schnell, dass man beim Gartenschlauch keine Billig-Modelle kaufen sollte. Stabile Verschlüsse und ein stabiler Schlauch ohne dauerndes Knicken machen die Arbeit angenehmer.

Die App für den Reiniger ist ein digitaler Helfer

Der K 7 in Smart-Control-Variante bietet eine Bluetooth-Verbindung zum Handy. Dort kann man sich die Kärcher-App herunterladen und den Reiniger damit koppeln. Praktisch: Die App führt auch sonst gleich durch den Aufbau des Geräts.

Nun könnte man auch über die App jeweils den Wasserdruck der Düse auswählen, was aber nur wenig Sinn macht. Viel besser ist der Reinigungs-Ratgeber für alle, die nicht genau wissen, wie sie eine Oberfläche putzen sollen. Sie soll ja sauber, aber nicht vom Wasserdruck beschädigt werden.

Hier kann man unzählige Möglichkeiten auswählen – vom Auto über das Glas im Wintergarten bis zu Böden aus Stein oder Holz. Man kann nun Schritt für Schritt den gesamten Reinigungsprozess durchgehen, sieht das passende Zubehör und die jeweilige Stufe des Wasserdrucks.

Oder aber man kann mit einem Knopfdruck die perfekte Einstellung auch direkt auf die Spritzpistole übermitteln. Clever auch: Es gibt eine Einstellung für die Produkte und das Zubehör, das man installiert hat. Und dann aber auch einen «idealen Prozess» für eine umfassende Reinigung.

Fürs Auto wird dann eben auch Autoshampoo, Insektenentferner, Felgenreiniger und eine spezielle Bürste empfohlen. Man kann so selbst entscheiden, wie weit man gehen möchte.

Der Schmutz wird einfach weggespritzt

Aber nun müssen wir endlich loslegen. Die Spritzpistole in die Hand, die verstellbare Allzweckdüse dran. Und in tiefer Stufe gehts ran an die Bodenplatten auf dem Balkon. Dort liegt der Dreck des Winters gemischt mit Blütenstaub. Und da das Regenwasser nicht so toll abläuft, bleibt das jeweils schön liegen und trocknet sich fest.

Normalerweise braucht man neben einem Wasserschlauch auch eine harte Bürste, um das sauber zu kriegen. Mit dem Kärcher erübrigt sich das. Kaum trifft der Strahl auf den Boden, sieht man den Unterschied. Es ist wirklich wie in der Werbung. Man macht mit der Düse eine Bewegung nach vorne, alles im Bereich des Strahls ist hell und sauber, daneben noch dunkel und dreckig.

Je nach Düseneinstellung ist der Strahl runder und breiter oder eher wie ein Strich. So kann man flächiger putzen und etwas wegspülen oder dann sehr genau eine bestimmte Fläche bearbeiten.

Schnell stellt sich auch das mitgelieferte Zubehör als grosser Gewinn heraus. Der Flächenreiniger wird wie die Düse einfach vorne an die Pistole angeschraubt und erinnert ein wenig an einen Rasentrimmer. Unter dem Deckel sind zwei kleine Düsen zu finden, die schnell rundherum drehen und so eine grössere Fläche auf einmal reinigen.

Man kann den Flächenreiniger einfach wie einen Staubsauger über den Boden schieben – und auch hier sieht man das Resultat sofort. Der Vorteil: Es spritzt nichts herum, und das Handling ist wirklich kinderleicht. So macht Bodenputzen mit dem Kärcher wirklich Spass.

Enorm viel Power, aber halt auch ein ziemliches Gerät

Bei den hartnäckigsten Verschmutzungen auf den Bodenplatten kann man dann auch noch eine Stufe höher schalten. Was sich dann nicht löst, sind Verfärbungen in der Platte selber. Da sollte man dann je nach Beschaffenheit auch auf den Boost-Modus verzichten, da sonst der Boden erodiert.

Das Reinigen macht Spass und ist wirklich schnell erledigt. Kärcher bietet übrigens auch gleich einen speziellen Reiniger etwa für Stein, Fassaden. Kunststoff, Holz oder auch Glas an. Diese Flaschen kann man direkt umgekehrt in eine passende Öffnung auf dem Kärcher stellen. So wird das Mittel direkt mit dem Wasser gemischt. Da allerdings bei den Balkonen das Abwasser nicht in die Kanalisation fliesst, sondern versickert, haben wir im Test darauf verzichtet.

Gut gefallen im Test neben den Reinigungs-Qualitäten auch die einfache Bedienung und die durchdachten Details. Etwa die vielen Einstellmöglichkeiten des K 7, aber auch die Trommel, auf die man ganz einfach den zehn Meter langen Schlauch zwischen Hochdruckreiniger und Düse aufrollen kann.

An anderen Details merkt man dann aber auch, dass Kärcher den Spagat zwischen zwei Welten wagt. Auf der einen Seite das schicke Display und die App, auf der anderen grobe Drehknöpfe wie bei Gartengeräten.

Insgesamt ist der Hochdruckreiniger eine wuchtige Sache. Fast 18 Kilogramm schwer und nicht gerade leise, wenn der Kompressor läuft.

So viel Spass macht Bodenputzen mit dem Kärcher

Die getestete Topversion des K 7 kostet 850 Franken. Dafür kriegt man die volle Hochdruck-Power, einiges an Zubehör und die App-Anbindung. Das lohnt sich, wenn man jeweils einiges zu reinigen hat damit, etwa bei einem Einfamilienhaus. Eventuell kann es sich auch lohnen, das Gerät mit einigen Nachbarn zu teilen.

Wer weniger Geld ausgeben will, der kann auch zu einem günstigeren Modell greifen. Die bieten zwar weniger Wasserdruck, aber das sollte im Alltag eigentlich trotzdem problemlos reichen. Wir haben im Test eigentlich nur die tieferen Stufen genutzt.

Wichtiger ist, dass man gleich das richtige Zubehör für seine Bedürfnisse kauft. So gibts etwa den K 5 ebenfalls mit App und mit dem Flächenreiniger, der kostet dann noch 670 Franken. Und der K 4 ist für 460 Franken zu haben.Und wer auch drinnen putzen will, der sollte sich im Juli dann den neuen Dyson-Staubsauger anschauen. Dyson ist ja ähnlich kultig wie Kärcher. Hier gehts zur Vorschau auf den Akkusauger mit Laser.