Nokia gegen Apple – das grosse Kopfhörer-Duell

Wir lassen die neuen AirPods 3 zum Vergleich antreten. Einerseits mit den Vorgängern, andererseits mit den günstigen Nokia Earbuds. Kopfhörer von 90 bis 200 Franken – welcher ist der beste Deal?

TextLorenz Keller


Kopfhörer sind eine sehr persönliche Sache. Nicht nur, weil jeder Sound und Klang anders wahrnimmt, sondern weil gerade bei In-Ear-Kopfhörern der Tragekomfort total individuell sein kann. Beim einen passt ein Modell perfekt, beim anderen schmerzt es oder fällt dauernd raus. Wir lassen trotzdem ganz unterschiedliche Neuheiten gegeneinander antreten: Nokia gegen Apple – das grosse Kopfhörer-Duell.

Darum gilt eigentlich: Wer weiss, dass er heikel ist, sollte unbedingt Kopfhörer immer irgendwo ausprobieren, ob ein Modell passt. Wer zum Beispiel die traditionellen AirPods toll fand, der merkt bei den AirPods 3 erstaunt, dass die ganz anders sitzen. Oder natürlich auch umgekehrt: Die alten Apple-Kopfhörer hielten nicht richtig – die dritte Generation passt plötzlich perfekt.

AirPods 3 für 200 Fr.: Satter Sound, fetter Preis

Das teuerste Modell in unserem kleinen Vergleich sind die neusten Apple Kopfhörer. Die AirPods 3 kosten 199 Franken – Rabatte gibts auch im Handel kaum. Der Preis ist vor allem problematisch, weil die AirPods Pro mit Noise Cancelling im Handel bereits für denselben Preis erhältlich sind.

Die Pro haben auch den Vorteil, dass sie gleich mit drei verschiedenen Grössen an Silikontips ausgeliefert werden. Sprich: Die Chance ist grösser, dass eine Variante wirklich gut passt. Und man kann bei unterschiedlichen Ohren auch unterschiedliche Grössen nutzen.

Die AirPods 3 sind wie die Vorgänger nicht veränderbar. Entweder man bringt sie gut an den richtigen Ort – oder eben nicht. Was man wissen muss: Sie sind doch spürbar grösser als die AirPods 2, was je nachdem eine Rolle spielen kann.

Das neuste Modell hat aber auch einen grossen Vorteil. Mit bis zu sechs Stunden hält der Akku spürbar länger als bei den anderen Alternativen von Apple. Allerdings natürlich eben ohne Software-Features wie aktive Geräuschunterdrückung oder Transparenzmodus.

Der Sound dagegen ist auf Pro-Niveau. Hörbar besser als bei den Vorgängern, satt und beeindruckend. Im Preisbereich bis 200 Franken gibts sicher nicht viele Kopfhörer, die besser klingen. Aber eben einige, die mehr Features bieten.

AirPods 2 für 120 Fr.: Die beste Alternative für alle

Jetzt wird es ein wenig kompliziert. Offiziell sind die AirPods nur noch mit dem normalen Ladecase zu haben, das man nicht drahtlos aufladen kann, sondern immer ans Kabel hängen muss. Apple verlangt 139 Franken dafür, im Handel gibts auch Angebote für 120 Franken.

Allerdings findet man die AirPods 2 auch noch als Restexemplare mit Ladecase, das man auf einem Qi-Dock aufladen kann. Und da sind die Preise plötzlich bei 175 Franken – was sich wohl kaum lohnt.

Die günstigen AirPods 2 sind aber durchaus eine Alternative, auch wenn sie in allen Belangen etwas schlechter sind als die Nachfolger. Aber für viele User sind sie eben gut genug – und für 120 Franken eben auch einigermassen fair im Preis.

Vor allem für User, welche das ursprüngliche Design sehr bequem fanden, gibts keine andere Alternative. Auch weil die Nachfolger eben anders geformt sind und je nachdem deutlich weniger angenehm. Das sind also die zwei Modelle von Apple, die ins Kopfhörer-Duell gegen Nokia steigen.

Nokia Noise Cancelling Earbuds für 90 Fr.: Viel Leistung für wenig Geld

Beim günstigen Angebot von Nokia muss man aufpassen. Es gibt mehrere ähnliche Modelle ab 50 Franken. Für rund 90 Franken kriegt man dann die BH-805, das sind die Kopfhörer mit Rauschunterdrückung.

Sie bieten also ein Feature, das bei Apple mehr als doppelt so viel kostet. Wichtig zu wissen: Sie Nokia sind die grössten Earbuds im Test. Das merkt man teilweise im Ohr, auch wenn man hier wie bei den Pro-AirPods drei verschiedene Silikon-Aufsätze hat, um die Hörer dem Ohr anzupassen.

Die Audio-Qualität ist für den Preis in Ordnung, auch wenn beide AirPods noch etwas besser klingen. Aber gerade wer nicht jeden Tag damit stundenlang Musik hört, der wird sicher zufrieden sein. Und gerade bei Podcasts oder Videos merkt man keinen Unterschied im Alltag.

Positiv sticht heraus, dass die Nokia Earbuds gegen Schweiss und Wasserspritzer geschützt sind – das bietet sonst nur die doppelt so teuren AirPods 3. Und eben, man kann Noise Cancelling einschalten. Das rauscht zwar etwas und ist nicht sehr stark, ein Teil der Aussengeräusche kann aber durchaus reduziert werden. Und die Funktion erhöht die Hörqualität insgesamt in lauterer Umgebung.

Insgesamt sind die Nokia ideal für Gelegenheitsnutzer, die nicht mehr als 100 Franken für drahtlose Kopfhörer ausgeben wollen. Mit vier bis fünf Stunden Akkulaufzeit sind sie sicher auch keine Langläufer.

Nokia gegen Apple – das grosse Kopfhörer-Duell

Nach unserem Test sind die normalen AirPods 2 nach wie vor der «Geheimtipp». Vor allem, weil die Audioqualität sehr gut und die Technik bewährt ist. Nutzt man sowieso ein iPhone, hat man auch eine schnelle und einfache Verbindung mit den Apple-Geräten.

Es kann durchaus sein, dass die Preise der AirPods 2 in den nächsten Monaten gegen 100˚Franken sinken. Dann stimmt auch wieder alles. Die AirPods 3 sind recht teuer, bieten dafür vor allem auch einen deutlich verbesserten Klang und eine längere Akkulaufzeit.

Aber: Auch wenn sich die Nokia Earbuds bei Akkulaufzeit, Sound und Verarbeitungsqualität den Apple-Kopfhörern unterlegen ist. Die Gadgets aus Finnland sind deutlich günstiger und bieten sogar Noise Cancelling.

Leicht, gut und günstig ist auch der Schweizer Kopfhörer Logitech G435. Allerdings ist er grösser, mit Bügel und wird ganz auf die Ohren gelegt. Die Review kann man hier nachlesen.